Wir blicken auf ein ereignisreiches Schuljahr zurück und freuen uns über etliche Schülerinnen und Schüler, die erfolgreich den Mittleren Schulabschluss und das Fachabitur gemeistert haben. Herzlichen Glückwunsch!
Zahlreiche Lesekinder verlassen die Grundschulen. Ihnen allen wünschen wir Erfolg in der weiterführenden Schule.
Danke an die ehrenamtlichen Lesementorinnen, Lesementoren, Bildungspatinnen und Bildungspaten für die Begleitung aller Kinder und Jugendlichen.
Während der Sommerferien ist das Büro vom 20. Juli bis zum 21. August geschlossen. Danach erreichen Sie uns wieder persönlich.
Wir wünschen allen schöne Sommerwochen – zu Hause oder unterwegs.
Juni 2026
Verleihung Johanna Flinck-Ehrennadel
Die Ratinger We-iter haben zum 11. Mal sozial und kulturell engagierte Ratinger ausgezeichnet.
„Johanna Flinck (1877-1956) war eine tatkräftige Frau, der das Gemeinwohl und die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen am Herzen lag. Einfühlungsvermögen, Warmherzigkeit und Geduld, verbunden mit einem starken Gefühl für soziale Gerechtigkeit, waren wichtige Vorsetzungen für ihre Arbeit als Fürsorgerin und Ratingen und Umgebung.“ So steht es auf der Urkunde die die Verleihung der Johanna Flinck-Ehrennadel begleitet.
Die Johanna Flinck-Ehrennadel wurde Maymol Devasia-Demming stellvertretend für die Allianz Bildung & Lernen e.V. verliehen, die sie 2015 mit einigen Weggefährten gegründet hat. In der Laudatio sagte Ina Bisani: „Seit vielen Jahren setzt Maymol Devasia-Demming sich mit großem Engagement für bessere Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen ein. Gemeinsam mit haupt- und ehrenamtlich Engagierten verfolgt sie seitdem ein Ziel: Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft echte Bildungsperspektiven zu eröffnen. (…) Die Allianz für Bildung und Lernen steht für die Überzeugung, dass Bildung eine gemeinsame Aufgabe unserer gesamten Stadtgesellschaft ist. Sie verkörpert diesen Gedanken in besonderer Weise und zeigt, wieviel einzelne Menschen bewegen können, wenn sie ihre Fähigkeiten und ihre Zeit in den Dienst der Gemeinschaft stellen.“
Tief bewegt von dieser persönlichen Ansprache, nahm Maymol Devasia-Demming diese Auszeichnung entgegen und danke nicht nur den Ratinger We-iter für die Verleihung, sondern den fast 200 Ehrenamtlichen, den Kolleginnen, dem Vorstand, den Freunden und Förderern für das gemeinsame Engagement. Diese Auszeichnung ist ein Zeichen großer Wertschätzung und Würdigung der gesamten ABL-Familie. Maymol Devasia-Demming rief dazu auf, sich für Kinder und Jugendliche und deren Bildungschancen zu engagieren, weil sie unsere aller Zukunft sind. Michael Droste gratulierte als stellv. Bürgermeister ebenso Kerstin Griese als MdB.
Ehrennadeln für den Erhalt des Brauchtums der We-iter, wurden in diesem Jahr an Hanno Paas und das Kinderkarnevalskomitee der Stadt Ratingen „RaKiKa“ e.V. überreicht.
Juni 2026
Berlinfahrt Kinder-Jugend-Bildung
Zum dritten Mal lud Kerstin Griese MdB und parlamentarische Staatssekretärin Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Kreis Mettmann nach Berlin ein.
Christiane Fentross und Maymol Devasia-Demming haben die Einladung angenommen. Mit dabei waren auch Dorothee Peters und Rita Schumacher-Schamel, beide ehrenamtliche als Bildungspatinnen tätig. Gemeinsam mit etwa 40 weiteren Personen aus den Städten Ratingen, Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus erlebten sie die drei Tagen in Berlin mit einem breiten Programm. Die unterschiedlichen Austauschformate mit Kerstin Griese und Oliver Kaczmarek MdB, bildungspolitischer Experte, stellv. Mitglied im Ausschuss für Bildung, Familie, Frauen und Jugend und der Besuch einer Parlamentsdebatte boten Inneneinsichten in den großen Politbetrieb. In der Gruppe waren auch einginge Vertreterinnen und Vertreter des Jugendparlament Velbert und der Kindervertretung NRW, die ihre Sicht der Dinge direkt in den Austausch einbringen konnten. Drei Tage, die man miteinander verbringt, sind auch eine Zeit des intensiven Austausches und Kennenlernens untereinander. Es wachsen Verbindungen, die uns in der Arbeit vor Ort auch anregen.
Das Informationsgespräch in der Bundeszentrale für politische Bildung: zum Thema „Fake News und Desinformation“ hat viele Tipps mit auf den Weg geben, wie man Nachrichten und Meldungen hinterfragen sollte.
Ein Besuch auf der Dachterrasse des Reichstagsgebäudes, am Brandenburger Tor und der Mahn- und Gedenkstätte ergänzten das Programm.
Die Reiseleiterin hat kurzweilig auf allen Wegen auf die Geschichte der Stadt und die Vielfalt hingewiesen. Der Besuch im Bundesministerium für Arbeit und Soziales wurde eröffnet mit einer kleinen Einführung in die wechselhafte Historie der Liegenschaft.
Die Führung im Willi-Brandt-Forum zeigte deutlich, dass der Satz „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ (Willi Brandt, 1969) auch heute noch von großer Bedeutung ist.
Demokratie wird im Alltag erlebt und erfahren und muss mehr denn je gepflegt werden. Im Lokalen für Kinder und Jugendliche zu wirken, bleibt der Antrieb für unser Tun.
An dieser Stelle danken wir Frau Griese und ihrem Team für diese Einladung und die Organisation des abwechslungsreichen Programms.
Juni 2026
Kinder haben keine Lobby
Allianz Bildung und Lernen diskutierte über Bildungsdefizite in einer alternden Gesellschaft
„Kinder im Krisenzustand“ lautete das Thema, zu dem der Ratinger Verein Allianz Bildung und Lernen (ABL) ins Freizeithaus in Ratingen West eingeladen hatte. 150 Ratinger Bürger mussten teils betroffen zur Kenntnis nehmen, wie es um das schulische Bildungssystem und die gesellschaftliche Wahrnehmung und Stellung von Kindern in Deutschland derzeit steht. Zahlreiche Studien wie der aktuelle nationale Bildungsbericht belegen, dass sich die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen weiter verschlechtern. ABL Geschäftsführerin Maymol Devasia-Demming brachte es in einem Satz auf den Punkt: „Es ist schlimmer als wir dachten.“ Um dieser Tatsache mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, will die ABL aufklären und Gegenmaßnahmen initiieren. Ziel ist es, Bildungsbenachteiligung und Lerndefizite im schulischen Bereich abzubauen und Kindern in einer alternden Gesellschaft eine entsprechende Lobby zu verschaffen. Sebastian Kurtenbach, Professor für Politikwissenschaften und Sozialpolitik an der Fachhochschule Münster und Privatdozent an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, hat es mit seinem Buch „Kinder – Minderheit ohne Schutz“ auf mehrere Bestseller-Listen gebracht. Er zeichnete in seinem Vortrag ein erschreckendes Bild: „Kinder in Deutschland sind in einem Krisenzustand und unsere alternde Gesellschaft ist nicht kindgerecht. Wir haben eine demografische und demokratische Schieflage. Es existieren doppelt so viele 60jährige wie 6jährige, unser Bildungssystem ist im freien Fall und jedes Jahr gibt es 50.000 Jugendliche ohne Schulabschluss. Schule ist überfordert und unsere Kinder scheitern am System. Die junge Generation wird auf die herrschenden Herausforderungen, wie etwa Klima- oder Wirtschaftskrise nicht vorbereitet. Versprechen der Politik werden nicht eingehalten und Haushaltsmittel des Bundes für Bildung und Ausbildung werden gekürzt. Sie erleben die Dysfunktionalität der allgemeinen Infrastruktur und wurden bei wegweisenden Entscheidungen, die sie betreffen (z.B. neuer Wehrdienst) nicht gefragt und gehört. Es fehlt der jungen Generation ein Zukunftsversprechen. Damit gefährden wir den Wohlstand unseres Landes.“ Kurtenbach setzt bei der Definition von Maßnahmen gegen den existierenden Zukunfts- und Gestaltungspessimismus auf einen Kulturwandel, der mehr Partizipation von Kindern und Jugendlichen ermöglicht und vor dem Hintergrund mangelnder Finanzmittel auf Kreativität und Veränderungsbereitschaft setzt. „Warum sollte es nicht möglich sein, öffentliche Gebäude mehrfach zu nutzen? Wir könnten dort Communityzentren für Erwachsene und Kinder einrichten, wie sie in einigen europäischen Ländern bereits existieren. In diesen finden Kinder Räume, um zu lernen, zu spielen und um soziale Kontakte zu schließen. Oft scheitert das aber an unserer Bürokratie und an der Frage: wer darf alles einen Schlüssel haben?“
Die sich anschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Deutschlandfunk-Moderatorin Daniela Wiesler, machte deutlich, wie die Situation derzeit in Ratingen ist.
Welche Auswirkung diese demografische Schieflage für die Wirtschaft und die Prosperität der Gesellschaft hat, betonte Dr. Jürgen Holtkamp (IHK). Bei dem aktuell und auch zukünftig hohen Fachkräftebedarf darf kein Jugendlicher abgehängt werden. „Jeder Einzelne ist einer zu viel.“
Bürgermeister Patrick Anders, der für den Bereich Bildung schon vor seiner Wahl verantwortlich war und diesen zu einem seiner Kernthemen erklärt hatte, attestierte insbesondere dem Rat der Stadt, voll hinter diesem Thema zu stehen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen: „Alle demokratischen Parteien im Rat ziehen mit. In den kommenden Jahren investieren wir 170 Millionen Euro in Kitas, Schulen und Bildung.“
Britta Sülzen, Leiterin der Erich Kästner-Schule, beklagte, dass die Lehrkräfte am Limit seien und das auch aufgrund von Sprachproblemen eine mangelnde Unterstützung der Eltern existiere. Sie sei sehr froh, dass es ehrenamtliche Hilfe von Lesementoren, Bildungspaten und Hausaufgabenbetreuern gäbe. Diese Ehrenamtlichen ermöglichen den Kindern eine zusätzliche Erfahrung mit der deutschen Sprache. Ehrenamt war das Stichwort für Kurtenbach um den „Schatz der alternden Gesellschaft“ zu platzieren: „Wenn sich 10 Prozent der älteren Gesellschaft ehrenamtlich engagieren würden, wären das mehr als wir insgesamt an pädagogischem Personal in Kita und Grundschule haben.“ Ursula van der Linde führte aus, dass das Engagement als Bildungspatin und Lesementorin ihr selbst viel zurückgibt und Freude bereitet. Sie habe sich bewusst dazu entschieden, sich im Übergang von der Vollzeitarbeitszeit in den Ruhestand gesellschaftlich gerade für die junge Generation zu engagieren. „Die innerfamiliäre Unterstützung von Großeltern funktioniert normalerweise sehr gut und ermöglicht es jungen Eltern, Familie und Beruf gemeinsam unter einen Hut zu bringen. Es gibt aber auch viele junge Familien, die über die Ressource Großeltern nicht verfügen und deshalb umso mehr Unterstützung benötigen. Grundsätzlich braucht es (wieder) eine stärkere Solidarität zwischen den Generationen.
Bürgermeister Anders stellte fest, dass fast die Hälfte der Ratinger Bürger ehrenamtlich engagiert sei. Gleichwohl hat die ABL laut Maymol Devasia-Demming das Ziel, mehr Ehrenamtliche für die Arbeit des Vereins zu gewinnen und neue Projekte eng verzahnt mit Schulen und anderen bereits existierenden Einrichtungen zu entwickeln. Schon jetzt sind über 190 Ehrenamtlich in den bestehenden Programmen der ABL engagiert. Sie begleiten Kinder und Jugendliche und bewirken für und mit dem einzelnen Kind deutliche Verbesserung.
Die zahlreichen Beiträge aus dem Plenum u.a. von Sprechern des Jugendrates erweitern den Blick auf bestehende Angebote. Im Anschluss an das Podiumsgespräch gab es noch einen sehr regen Austausch. Die Veranstalter sind überzeugt, dass sie eine Debatte angestoßen haben, die sich fortsetzt. Es braucht das gemeinsame Unterhaken der gesamten Gesellschaft – Bürger, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen, Politik und Verwaltung – und eine große Solidarität der älteren mit der jüngeren Generation, um die Zukunft unserer Stadt zu sichern.
Juni 2026
Der Vorstand der ABL dankt der HW INOX GmbH für die großzügige finanzielle Unterstützung und das Engagement von Thorsten Huch.
Er selbst beschreibt seine Beweggründe wie folgt:
Mit unserer Unterstützung der Allianz Bildung & Lernen e.V. möchten wir dazu beitragen, Herausforderungen anzugehen, die für die Zukunft unseres Landes von entscheidender Bedeutung sind. Immer mehr Kinder verfügen beim Schuleintritt nicht über ausreichende Deutschkenntnisse und haben dadurch schlechtere Bildungs- und Berufschancen. Die Folgen betreffen jedoch nicht nur die einzelnen Kinder, sondern langfristig auch unsere Gesellschaft und Wirtschaft.
Da die Politik bislang keine ausreichenden Lösungen für diese Entwicklung gefunden hat, halten wir das Engagement von Unternehmen, Ehrenamtlichen und privaten Förderern für unverzichtbar. Initiativen wie die Allianz Bildung & Lernen leisten einen konkreten Beitrag dazu, Bildungschancen zu verbessern, Potenziale zu fördern und die Grundlage für zukünftigen Wohlstand, gesellschaftlichen Zusammenhalt und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Zusammenarbeit mit Ratinger Unternehmen ist unverzichtbar für die verschieden Angebote zur Berufsorientierung im Programm JOBfit. Nur gemeinsam können wir Schülerinnen und Schülern zeigen, welche beruflichen Möglichkeiten Ihnen offenstehen. Man kann sich nur für etwas entschieden, das man kennengelernt hat.
Wir danken Herrn Huch auch für die Kontakte, die er uns ermöglicht.
Mai 2026
Das ABL-Team braucht pädagogische Verstärkung
Wir suchen zum 1.10.2026 oder nach Absprache eine engagierte pädagogische Fachkraft (m/w/d).
Wen suchen wir?
Sie erweitern unser dreiköpfiges hauptamtliches Team und betreuen eigenverantwortlich Bildungspatenschaften. Sie führen mit Eltern und ihren Kindern Anmeldegespräche, verknüpfen Bildungspate* und Schüler passgenau, treffen Absprachen mit den Lehrkräften und Schulen und begleiten die Bildungspatentandems.
Mit dem ElternTreff und verschiedenen Informationsveranstaltungen unterstützen Sie Eltern, sich aktiv am Bildungsprozess ihrer Kinder zu beteiligen.
Sie bringen ein abgeschlossenes Studium der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik, vergleichbare akademische Qualifikationen oder eine pädagogische Ausbildung mit mehrjähriger Erfahrung mit. Ihre Persönlichkeit bringen Sie in die bedarfsgerechte Weiterentwicklung unserer Programme ein. Sie verstärken unser Netzwerk mit Stadt, Gesellschaft und Institutionen und tauschen sich mit Fachkolleginnen und -kollegen in Arbeitskreisen aus.
Sie unterstützen uns in Vollzeit oder Teilzeit mit entsprechender Flexibilität bei den Arbeitszeiten, wobei das Schuljahr den Takt angibt. Ihre Vergütung orientiert sich am TVöD.
Sie haben Lust, sich als Teil unseres hauptamtlichen Teams für eine Verbesserung der Startchancen und Zukunft für die Jugend in Ratingen einzusetzen?
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung an devasia-demming@abl-ratingen.de
Für Rückfragen steht Ihnen Frau Devasia-Demming gerne telefonisch unter 02102 3058020 zur Verfügung.
*Wenn zur besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet wird, soll dieses im Folgenden geschlechtsunabhängig verstanden werden.
April 2026
Berufe-Checker stellten ihren Beruf am Berufskolleg vor
Die Allianz Bildung & Lernen bietet in Kooperation mit dem Adam-Josef-Cüppers Berufskolleg, Bereich Wirtschaft und Verwaltung mit dem Berufe-Check eine Hilfestellung bei der Berufswahl.
Mit ihrer Teilnahme am Berufe-Check haben Ratinger Unternehmen in 60 Minuten etwas gegen den Fachkräftemangel getan. Sie begeistern die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe der Höheren Handelsschule für ihr Unternehmen. Den Jugendlichen wurde ein breites Spektrum an Unternehmen/Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt, die das Fachabitur Verwaltung und Wirtschaft ihnen eröffnet. Die Schülerinnen und Schüler konnten unter sieben Unternehmen auswählen, welcher Beruf bzw. welches Unternehmen sie am meisten interessiert.
Folgende Unternehmen schenkten beim Berufe-Check am Adam-Josef-Cüppers Berufskolleg den Jugendlichen ihre Zeit:
April 2026
Kinder im Krisenzustand?! Die Situation von Kindern ist prekär!
Gesellschaftliche Erwartungen an Familien haben sich verändert und in der Folge auch die Familien selbst. Kinder werden häufig ab dem ersten Lebensjahr fremdbetreut. Auch hat sich die Zusammensetzung der Kinder in Kitas und Grundschulen deutlich verändert und ist so heterogen wie nie zuvor im Hinblick auf Herkunftssprachen, Kultur, Religion etc. Etwa 50 % der Kinder in Grundschulen haben eine Zuwanderungsgeschichte.
Beides führt zu Herausforderungen im Bildungssystem, die kaum zu bewältigen sind. An diese Veränderungen ist das Bildungssystem kaum angepasst. Seit Jahren belegen Studien die negative, zum Teil desolate Entwicklung von Kompetenzen, besonders der Sprach- und Lesekompetenz bei Kindern in der Grundschule. Seit Jahren klagen Arbeitgeber über ein sinkendes Bildungsniveau der Auszubildenden. Kindern, die heute in der Schule sind, helfen zukünftige Bildungsreformen des Bildungssystems nicht. Über 180 Ehrenamtliche der ABL übernehmen Verantwortung für Kinder und Jugendliche im Sinne einer generationsübergreifenden Solidarität.
Das Bildungssystem ist im freien Fall und das Thema komplex. Was wir als Stadtgesellschaft für Kinder und Jugendliche heute vor Ort tun, verändert nicht das gesamte Bildungssystem, wirkt aber für den einzelnen jungen Menschen in unserer Stadt.
Prof. Sebastian Kurtenbach wird in einem Vortag aus unterschiedlichen Perspektiven einen Blick auf die prekäre Situation von Kindern werfen, nicht nur die Herausforderungen für das Bildungssystem und die gesellschaftlichen Zusammenhänge beschreiben, sondern auch mögliche Antworten skizzieren. In einem Podiumsgespräch (u.a. mit Bürgermeister Patrick Anders, Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Praxis und Wirtschaft) wollen wir Erfahrungen teilen (Was haben wir schon?) und mit Ihnen Lösungsansätze für Ratingen entwickeln (Was braucht es noch und wie kann es gehen?).
Wir laden Sie ein, einen neuen Blick auf Kinder in unserer Stadt zu werfen, die auch die Zukunft unserer Stadt sind. Es braucht das gemeinsame Unterhaken der gesamten Gesellschaft – Bürger, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen, Politik und Verwaltung – und eine große Solidarität der älteren mit der jüngeren Generation, um die ZUKUNFT UNSERER STADT zu sichern.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; für eine bessere Planung wären wir aber dankbar für eine kurze Rückmeldung unter info@abl-ratingen.de.
Ehrenabend der ABL:
Mitsubishi Electric übergibt Spende für bessere Bildungschancen
Die Allianz Bildung & Lernen hat ihre ehrenamtlichen Lesementoren, Bildungspaten und JOBcoaches zum jährlichen Ehrenabend im Haus am Turm eingeladen. Mit über 180 engagierten Ehrenamtlichen, die rund 400 Kinder und Jugendliche an Ratinger Grundschulen, den Realschulen und der Gesamtschule begleiten, ist die ABL-Familie im vergangenen Jahr erneut deutlich gewachsen. Sie unterstützen beim Lesenlernen, schulischen Aufgaben und in der Berufsorientierung. Der Ehrenabend mit einem kleinen Kulturprogramm ist Ausdruck von Dank und Wertschätzung für das unermüdliche Engagement der Ehrenamtlichen und gleichzeitig Gelegenheit für die Begegnung in großer Runde, sind sie doch im Alltag als Tandem oder in Kleinstgruppen mit ihren Kindern und Jugendlichen unterwegs.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Spendenübergabe durch Mitsubishi Electric. Alexandra Blechmann und Dennis Beck überreichten im Namen des Unternehmens eine Spende in Höhe von 8.000 Euro und setzen damit ein klares Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung vor Ort. Diese Unterstützung sichert die Angebote der ABL. Das Engagement des Unternehmens stärkt nicht nur die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, sondern würdigt zugleich den regelmäßigen Einsatz der ehrenamtlichen Lesementoren, Bildungspaten und JOBcoaches.
In einer Zeit, in der laut aktuellen Bildungsstudien Sprachkompetenzen, Leistungsniveaus und Konzentrationsfähigkeit vieler Kinder zurückgehen und gleichzeitig psychische Belastungen zunehmen, stehen Schulen vor großen Herausforderungen. Wir können es uns nicht leisten, einen einzigen jungen Menschen in diesem Bildungssystem zu verlieren. Sie sind so viel weniger als die Gruppe der über 60-jährigen. Barbara Mühlenkamp-Jahreis (Vorstand der ABL) dankte allen Ehrenamtlichen, Freunden und Förderern, sowie den Lehrkräften für ihr Engagement. Sie betonte, wie essenziell generationenübergreifende Solidarität für die Bildungszukunft ist: Kinder haben ein Recht auf Bildung – und es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ihnen faire Chancen zu ermöglichen.
Dieses gemeinsame Unterhaken von engagierten Bürgern und Unternehmen wie Mitsubishi Electric, um Kinder und Jugendliche entlang der Bildungskette von der Grundschule bis in die Berufsausbildung zu unterstützen verändert nicht das Bildungssystem als solches, ist aber für jedes einzelne Kind eine unbezahlbare Bereicherung in der persönlichen Bildungsbiografie, die Wirkung entfaltet.
Wolfgang Becker, Mitglied der Band Schwarzbrenner vertont seit über 30 Jahren Lyrik von Dichtern aus Barock, Romantik und Expressionismus. Er hat ein wunderbares Soloprogramm geboten und nahm ein aufmerksames Publikum mit Blues, Rock und Balladen durch die Jahrhunderte. So interpretiert waren Texte u.a. von Paul Fleming, Achim von Armin, Clemens Brentano, Joseph Eichendorff und Georg Heym modern und aktuell.
Alexander Bös sorgte für das leibliche Wohl und in einer entspannten Atmosphäre fanden viele persönliche Gespräche.
Lions und die Allianz Bildung & Lernen machen sich für bessere Bildungschancen stark
Zum Auftakt in den Advent übergaben Karsten Brandt und Joachim Voss vom Lions Club Ratingen der Allianz Bildung & Lernen eine großzügige Spende in Höhe von 5.000 Euro. Mit zahlreichen Aktivitäten im Jahr sammeln die Lionsfreunde um lokale Initiativen in Ratingen zu unterstützen, denn gemeinsames bürgerschaftliches Engagement macht einen Unterschied in der Stadt. „Wir dürfen kein Kind zurücklassen“ betont Lions-Präsident Karsten Brandt. „Jedes Kind und jeder Jugendliche verdient eine Bildungschance sowie Unterstützung beim Start ins Berufsleben. Das ist aktuell eine der größten Herausforderungen in unserem Land und deshalb ist die Arbeit der ABL so wichtig.“
Neben den zahlreichen Ehrenamtlichen, die im direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, braucht es die finanzielle Unterstützung des Vereins, damit die drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen die Ehrenamtlichen in den Programmen koordinieren, Konzepte weiterentwickeln und an die veränderten Bedingungen anpassen, Schulungen anbieten und immer wieder neue Ehrenamtliche suchen und auf den Einsatz vorbereiten. Die Spende der Lionsfreunde leistet einen wichtigen Beitrag dazu. Dafür dankt die ABL auch im Namen der Ehrenamtlichen und der Familien.
Oktober 2025
Berufe zum Anfassen am 07. Oktober 2025
Gut 360 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 von der Friedrich-Ebert-Schule, der Käthe-Kollwitz-Schule und der Martin-Luther-King-Gesamtschule hatten die Gelegenheit einen Einblick in ganz unterschiedliche Berufsfelder zu bekommen. Dafür wurde die Stadthalle von zahlreichen Unternehmen in eine große Arbeitswelt verwandelt. An 24 Stationen boten sie die Möglichkeit, mit praktischen Aufgaben typische Tätigkeiten auszuprobieren.Jeder Jugendliche hat eine Straße mit acht Stationen durchlaufen und so mindestens einen Beruf aus Handwerk, Pflege, Technik und Handel kennengelernt. Zusätzlich gab es für jeden draußen die Möglichkeit, die unterschiedlichen Berufe im Straßen- und Tiefbau, die Feuerwehr und den Rettungsdienst kennenzulernen. ·Für die Jugendlichen sind 2,5 Stunden ohne Pause eine fast unvorstellbare – aus ihrer Sicht nicht leistbare - Herausforderung. Die Tatsachse, dass sie hochkonzentriert arbeiten und es in der Stadthalle fast ganz still ist, beweist, dass es doch geht und dass es kurzweilig und spannend ist. Viele Unternehmen hatte Auszubildende dabei oder ihren Auszubildenden die Verantwortung für die Entwicklung der Aufgaben übertragen. Bei diesen jungen Menschen, die ihren Beruf und ihre Tätigkeiten erklärt haben, war auch wachsendes Selbstbewusstsein, Stolz und auch Spaß an der Arbeit zu spüren. So waren sie für die Schülerinnen und Schüler auch Vorbild. Einige Azubis trafen auf ihre ehemaligen Lehrkräfte.
Macht Baggerfahren eigentlich Spaß? Wir knifflig ist es, einen Draht zu biegen und zu verlöten, zu bohren, schleifen oder bei einem fremden Menschen Blutdruck zu messen? Es ging ums Probieren; und genau dafür ist die Veranstaltung „Berufe zum Anfassen“ da. „Wir haben nicht den Beruf oder das Unternehmen, sondern die Tätigkeit in den Fokus gerückt“, so Maymol Devasia-Demming, Geschäftsführerin bei der Allianz Bildung und Lernen. „Man kann sich nur für oder gegen ein Berufsfeld entscheiden, wenn man eine Vorstellung davon hat“, glaubt sie. Nicht selten schlägt das Herz der Jugendlichen für einen Beruf und nach wenigen Wochen in der Ausbildung stellen sie fest: „Das passt doch nicht.“ Auch den umgekehrten Fall gibt es: In Berufsfeldern, die sie vorher gar nicht auf dem Zettel hatten, erweisen sie sich als Naturtalent. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das kann“ ist ein Satz, der bei der Veranstaltung gar nicht so selten fiel. Häufig konzentriert sich die Berufswahl der jungen Menschen auf einige wenige Ausbildungsmöglichkeiten, während andere gar nicht nachgefragt werden. Wenn es an jedem Tisch auch nur 15 Minuten sind, in denen die Schüler mehr über Berufe lernen, so genügt die Zeit oft doch, um festzustellen, ob sich ein Praktikum zur Vertiefung des Eindrucks lohnt. Die begleitenden Lehrkräfte sind von dieser Veranstaltung überzeugt und geben die Rückmeldung, dass es für die Jugendlichen wertvolle Einblicke sind. Bereits im Vorfeld besuchten die Mitarbeiterinnen der ABL alle teilnehmenden Klassen und erklärten, was sie auf der Veranstaltung erwartet und vor allem, welche Chancen sich den Schülern bieten. Auch intensive Gespräche mit Lehrern wurden geführt. „Berufe zum Anfassen“ bietet den Jugendlichen und teilnehmenden Unternehmen ein gegenseitiges Kennenlernen. Für die, die im Laufe des Schuljahres ein Schülerpraktikum absolvieren müssen, ist der „Berufe zum Anfassen“ eine gute Gelegenheit konkret nach einer Praktikumsstelle zu fragen. Es ist viel einfacher, mit einem Auszubildenden oder Ausbilder direkt zu sprechen, als eine schriftliche Bewerbung auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig haben die Unternehmen die Möglichkeit nicht nur für ihre Ausbildung zu werben, sondern talentierte Jugendliche zu Praktika und Schnuppertagen einzuladen.
Für die Mitarbeitenden der Unternehmen ist dieser Vormittag mit zwei Durchgängen, bei denen sie sich im 15 Minuten Takt auf eine neue Schülergruppe einstellen und ca. 120 Jugendliche sehen, eine große Anstrengung. Die ABL weiß diesen Einsatz sehr zu schätzen.
Eltern sind die wichtigsten Begleiter ihrer Kinder in der Phase der Berufsorientierung. Am selben Tag fand eine Informationsveranstaltung mit dem Titel Chancen nach dem Schulabschluss für Jugendliche und ihre Eltern statt. Berufsberaterinnen der Arbeitsagentur und ein Ausbildungsberater der IHK gaben einen Überblick über die Vielfalt der Möglichkeiten nach dem Schulabschluss nach Klasse 10.
September 2025
Sommerfest im Jubiläumsjahr – 10 Jahre Allianz Bildung & Lernen
Beim Sommerfest auf der Gemeindewiese St. Suitbertus begrüßte Jan Sahm als Vorsitzender des Vereins die große ABL-Familie aus Ehrenamtlichen, Mitgliedern, Lehrkräften und Förderern. Denn gegenwärtig sind über 180 Ehrenamtliche in den drei Programmen tätig und unterstützen ist fast allen Grundschulen, den Realschulen und der Gesamtschulen sowie am Berufskolleg etwa 400 Kinder und Jugendliche.
Maymol Devasia-Demming berichtete von den Entwicklungen der letzten Jahre. Über zehn Jahre nach dem ersten „PISA-Schock“ hatten sich die Bildungschancen vieler Kinder nicht deutlich verbessert. Die Pisa-Studie von 2001 hat eindrücklich belegt, dass Bildungschancen signifikant vom familiären und sozio-ökonomischen Hintergrund eines Kindes abhängen. Mit dem Ziel, die Bildungschancen einzelner Kinder und Jugendlicher durch die Vermittlung von ehrenamtlichen Bildungspaten zu verbessern, haben sich 15 Menschen, überwiegend aus Ratingen und irgendwie miteinander bekannt zusammengetan und frei nach dem Motto „nicht nur reden, sondern machen“ nach einer kurzen Phase des Ausprobierens 2015 den Verein Allianz Bildung und Lernen gegründet. Zu der Zeit waren etwa 20 Bildungspaten ehrenamtlich aktiv und es gab keine hauptamtlichen Mitarbeitenden.
Zum Programm Bildungspatenschaften kam das Programm JOBfit, das Jugendlichen in der Sekundarstufe I Einblicke in die Berufswelt ermöglicht. Die wichtigsten Module sind der Berufe-Check in der Schule, die große Veranstaltung Berufe zum Anfassen in der Stadthalle, an der alle Klassen 9 der MLKG, der FES und der KKS teilnehmen und das JOBcoaching als Mentoring für einzelne Jugendlichen.
2021 wurde das Angebot von Mentoring Ratingen e.V., als das Programm Lesementoring unter dem Dach der ABL nach der ersten Schulschließung in der Coronapandemie wieder aufgebaut. Christiane Fentross koordiniert mit hohem Engagement über 120 Lesementorinnen und Lesementoren an 11 von 15 Ratinger Grundschulen.
Der ganze Text ist unten in der PDF Datei zu lesen.
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